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Gemeinsam Datenlücken schließen: Neue Wege für kommunale Datenkooperationen

Zwischen Klimaanpassung, knappen Haushalten und wachsendem Handlungsdruck fehlt Kommunen oft genau die Datengrundlage, die für zielgerichtete Entscheidungen nötig wäre. Das Urban Data [Gap] Lab untersucht, wie solche Datenlücken gemeinsam geschlossen werden können.

Kommunale Fachabteilungen müssen heute unter zunehmend schwierigen Bedingungen Entscheidungen treffen: angespannte Haushalte, steigende Klimabelastungen, wachsende soziale Ungleichheiten und gleichzeitig hohe Erwartungen an eine handlungsfähige Verwaltung.

Ob Hitzeschutz, soziale Infrastruktur oder Gesundheitsversorgung: viele Herausforderungen müssen mit begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen bewältigt werden. Umso wichtiger wird die Frage, wie Maßnahmen priorisiert und Ressourcen möglichst wirksam und sozial gerecht eingesetzt werden können.

Dafür spielen Daten eine zentrale Rolle.

Sie können helfen, Bedarfe kleinräumig besser zu erkennen, Entwicklungen frühzeitig sichtbar zu machen und Maßnahmen stärker an tatsächlichen Problemlagen auszurichten. Gerade in Zeiten historischer kommunaler Finanzdefizite wird es immer wichtiger, knappe Ressourcen nachvollziehbar und bedarfsgerecht einzusetzen.

In der kommunalen Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild.

Zwar gibt es insbesondere in größeren Städten digitale Strategien, Plattformen oder technische Lösungen, gleichzeitig fehlt im Alltag der Fachabteilungen oft die Zeit, zusätzliche Prozesse aufzubauen oder komplexe Datenprojekte umzusetzen. Viele relevante Daten sind zudem schwer zugänglich, liegen verteilt bei unterschiedlichen Akteuren oder können aufgrund rechtlicher, organisatorischer oder technischer Hürden kaum genutzt werden.

Hinzu kommt: Nicht jede Kommune braucht neue Dashboards oder umfangreiche Smart-City-Infrastrukturen. Häufig geht es vielmehr um sehr konkrete Fragen aus den Fachabteilungen:

  • Wo fehlen in meiner Stadt Orte für Begegnung und Teilhabe?
  • Welche Quartiere sind im Sommer besonders von Hitze betroffen?
  • Und welche Bevölkerungsgruppen erreichen bestimmte Angebote bislang nicht?

Für solche Fragen fehlen oft genau die Datengrundlagen, die für eine zielgerichtete Planung notwendig wären.

Gleichzeitig existieren viele relevante Daten bereits, etwa bei Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Plattformen, Energieversorgern, Krankenkassen oder anderen öffentlichen und privaten Akteuren. Tragfähige Modelle, wie solche Daten verantwortungsvoll, praxistauglich und mit vertretbarem Aufwand für kommunale Zwecke genutzt werden können, fehlen jedoch bislang häufig.

Genau hier setzt das Urban Data [Gap] Lab an.

Mit dem Launch des Urban Data [Gap] Labs bündeln wir die Ergebnisse des Ende 2025 abgeschlossenen Explorationsprojekts „Kommunale Datenkooperationen fürs Gemeinwohl“ und führen dessen Arbeit unter neuem Namen weiter: niedrigschwellig, strukturiert und offen für Beteiligung.

In unserer Urban Data [Gap] Community identifizieren wir gemeinsam mit Kommunen, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft konkrete kommunale Datenlücken. Daraus entwickeln wir praxisnahe Use Cases für neue Formen des Datenteilens und arbeiten daran, die dafür nötigen strukturellen und politischen Rahmenbedingungen zu stärken.

Hier finden Kommunen erste konkrete Use Cases, praxisnahe Erkenntnisse aus Workshops und Pilotvorhaben sowie Austauschmöglichkeiten mit anderen Akteur:innen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Ziel ist es, voneinander zu lernen, Orientierung zu schaffen und gemeinsam tragfähige Modelle für kommunale Datennutzung und Datenkooperationen zu entwickeln.

Im Mittelpunkt stehen dabei keine abstrakten Technologielösungen oder zusammenhanglose Datenbereitstellung, sondern konkrete Fragen aus der kommunalen Praxis: Wie können Daten helfen, Hitzebelastungen besser zu erkennen, soziale Bedarfe gezielter zu adressieren oder knappe Ressourcen wirksamer einzusetzen? Und wie kann Datenteilen so organisiert werden, dass Vertrauen, Verantwortlichkeiten und Nutzen für alle Beteiligten klar sind?

Mehr Informationen, aktuelle Workshoptermine und Möglichkeiten zur Teilnahme finden Sie auf unserer neuen Website: www.urban-data-gap.de 

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